Elisabeth Reinhard über "Wie Risse in der Erde"

Mitarbeitende und Engagierte des Bildungswerks erzählen, was sie lesen – und was sie daraus lesen. Elisabeth Reinhard engagiert sich im Bildungszentrum Tauberbischofsheim. Sie stellt ein Buch vor, das über Familie nachdenken lässt. 
 
 

Was ich lese – und was ich daraus lese

 
Bild Elisabeth Reinhard mit Buch BZ TBB.jpg
 
Elisabeth Reinhard engagiert sich ehrenamtlich im Bildungszentrum Tauberbischofsheim
„Wie Risse in der Erde“ wurde mir von meiner Schwester empfohlen.  Sie arbeitet ehrenamtlich in einer katholischen öffentlichen Bücherei und wir tauschen uns oft über Bücher aus – besonders, seit wir beide Omas sind und nach passenden Kinderbüchern suchen. Für diese Empfehlung bin ich ihr sehr dankbar.
 
Mir gefällt daran besonders gut, wie eine Familie zusammenhält. Das Buch spielt in England und springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her: 1955 verliebt sich eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen in einen jungen, wohlhabenden, intelligenten Mann. Sie verbringen gemeinsam einen wunderschönen Sommer, danach zerbricht leider ihr Glück.
 
13 Jahre später begegnen sie sich wieder und beginnen eine Affäre. Die junge Frau von damals ist mittlerweile verheiratet und hat ein Kind verloren. Erstaunlich ist, wie gelassen ihr Ehemann zunächst auf die Affäre reagiert. Sie liebt zwei Männer, auf ganz unterschiedliche Art.
 
Es kommt zu einer Eskalation und einem Gerichtsprozess, weil jemand ermordet wurde. Da wird es richtig spannend und erst am Ende erfährt der Leser die Zusammenhänge. Die junge Frau blickt aus einer späteren Zeit darauf zurück. Inzwischen hat sie sich für einen der beiden Männer entschieden. Ihre Eltern und ihre Schwester haben Sie in dieser schweren Zeit den ganzen Weg verständnisvoll begleitet. Vielleicht berührt mich das so sehr, weil ich selbst viel Zeit mit meinen Enkelkindern verbringe. Für mich bedeutet Familie auch, füreinander da zu sein und zu spüren, dass man nicht alles allein schaffen muss – gerade in schwierigen Zeiten Unterstützung und Rückhalt zu bekommen bzw. geben zu können.
 
Ich war Sekretärin bei der Kreisarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung und beim Bildungszentrum in Tauberbischofsheim und habe jahrelang Literaturveranstaltungen mit Buchvorstellungen mitorganisiert, unter anderem Busfahrten zur Frankfurter Buchmesse. Auch heute, im Ruhestand, engagiere ich mich noch gelegentlich ehrenamtlich in unserem Bildungszentrum. Bücher begleiten mich daher nicht nur privat, sondern auch im Austausch mit anderen.
 
Wenn ich heute eine Veranstaltungsreihe starten würde, wäre es ein Austausch für Großeltern und Eltern zu Kinderbüchern – was ist zeitlos, was passt heute nicht mehr, was gibt es Neues?
 
 


Bildung ist Umblättern im Kopf


Der Bildungsherbst 2025 lädt dazu ein, innezuhalten, neue Gedanken zuzulassen und sich von Büchern, Vorträgen und Gesprächen inspirieren zu lassen. Mitarbeitende und Engagierte des Bildungswerks erzählen, was sie lesen – und was sie daraus lesen. Also wie Bildung ihr Leben, Denken, Fühlen, ihr Engagement und ihre Arbeit verändert.  
 
 

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